E-Book Reloaded? E-Book Revolutions?



Bereits um 1999 kamen die ersten in Hardware gegossenen ebook-Reader (Rocket eBook,Franklin eBookMan) auf den Markt. Ich arbeitete seinerzeit für eine Firma, die in Deutschland den Verlagen diese Geräte vorgestellt hatte und das notwendige "Drumherum" zaubern konnte. Damals waren das ziemliche Klötze, die für heutige Verhältnisse recht schlechte monochrome Displays (graue Schrift auf grünem Hintergrund) und eine bescheidene Laufzeit von meist wenigen Stunden hatten. Das Problem damals war der Preis (> 300 DM) und fehlender Content.

Nun meldete gestern u.a. golem.de von der nächsten Inkarnation eines ebook-Readers. Amazon stellte sein Kindle vor. Die technischen Details möge man den golem.de-Artikel entnehmen. Dort ist auch ein nettes Demo-Video (engl.), welches die Fähigkeiten des E-Books vorstellt.

"Mehr als 90.000 Bücher sind zum Start im Angebot, darunter 101 von 112 Büchern aus der New-York-Times-Bestseller-Liste. Es kann jeweils eine kleine Leseprobe vor dem Kauf eingesehen werden. Angeboten werden diese Bestseller weitgehend zu einem Preis von 9,99 US-Dollar."

Respekt! Auch wenn ich ein ziemlicher Technik-Geek bin, stehe ich Büchern in elektronischer Form recht skeptisch gegenüber. Ich bevorzuge ein gutes Buch in Papierform aufgrund der Haptik und natürlich der Optik. Amazons Kindle erfüllt jedoch einige Voraussetzungen, um damit Erfolg haben zu können:

1. Es gibt zum Start reichlich (!) Content. Darunter auch viele Bestseller der New York Times.

2. Diese Bestseller sind deutlich billiger als die Printausgaben (Hardcover 26,00 US$, Kindle 9,99 US$) und von daher auch ein Anreiz für Leseratten, die es sich nicht ins Regal stellen wollen.

3. Man muß keine bekloppte Software auf seinem PC installieren, um die E-Books auf das Kindle zu bekommen. Linux-User stehen da ja normalerweise im Regen bei solchen Lösungen. Man kann komplett auf den Einsatz eines PCs verzichten. Der Transfer kann direkt über eine Mobilfunkverbindung erfolgen und dauert pro Buch ca. 1 Minute. Dafür ist kein Extra-Mobilfunkvertrag notwendig.

4. Es gibt kostenlose Leseproben.

5. Eine Akkuladung hält eine Woche und nicht nur ein paar Stunden.

6. Die Technik ist handlich und Handhabung ist einfach. Die Eigenschaften des Displays sind kommen dem gedruckten Recht nah und ermöglichen das Lesen auch im Freien bei Sonnenschein.

7. Ältere Leute oder Leute mit Sehschwächen können die Schriftgröße in 6 Stufen verstellen.

8. Bis zu 200 Bücher im Volumen eines Taschenbuches mitnehmen zu können ist sicherlich sehr interessant für Leseratten, die viel unterwegs sind.

9. Zusätzlich gibt es auch noch Zeitungsabos, die man im ganzen Land direkt auf seinem Kindle abrufen kann.

Abschreckend finde ich allerdings den Preis des Gerätes. 399,- US$ ist dann doch mal 'ne Hausnummer. Für echte Leseratten, die viel unterwegs sind, ist das sicherlich eine Alternative zu echten Büchern.

Bin mal gespannt wie sich das entwickelt. In Deutschland gibt es die technischen Voraussetzungen leider noch nicht. Die in den USA eingesetzte Mobilfunktechnik gibt es hier nicht und vernünftige Daten-Flatrates von Mobilfunkanbietern gibt es auch noch nicht. Falls ich mich im letzten Punkten irren sollte, bitte ich um Aufklärung. ;-) Spätestens mit dem Nokia N810 brauche ich wohl auch privat 'nen Datentarif mit UMTS.

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